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PPWR-Roadmap: So planen Sie für 2030 und darüber hinaus.

Von der Analyse zur Investitionssicherheit

Die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) tritt nicht an einem einzigen Tag in Kraft. Es ist ein gestufter Prozess, der ab 2026 beginnt und dessen strengste Anforderungen um 2030 wirksam werden. Eine Druckmaschine, die Sie heute kaufen, hat eine Lebensdauer von 10–15 Jahren. Sie muss also nicht nur die Regeln von heute, sondern auch die von 2030 erfüllen.

Diese Roadmap zeigt die kritischen Meilensteine auf und gibt Ihnen eine Checkliste an die Hand, um Ihre Investitionen zukunftssicher zu planen.

Der Zeitplan: Was wann gilt


Die Phasen der Umsetzung
  • 2024–2025 (Vorbereitung): Verabschiedung der finalen Texte und technischen Spezifikationen. Hersteller beginnen mit der Anpassung ihrer Produktlinien. Erste Berichtspflichten für grosse Unternehmen.
  • 2026 (Startphase): Erste verbindliche Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen treten in Kraft. Monomaterial-Ansätze werden zum Standard für neue Entwicklungen. Die Dokumentation (DoC) wird strenger geprüft.
  • 2028 (Verschärfung): Höhere Mindestrezyklat-Anteile in Kunststoffverpackungen werden Pflicht. Strengere Grenzwerte für Schadstoffe (z.B. MOSH/MOAH, Schwermetalle) in Druckfarben.
  • 2030 (Der volle Umfang): Die PPWR-Anforderungen gelten vollständig. Dazu gehören:
    • Verbot von Verpackungen, die nicht recyclingfähig sind (bestimmte Klassen).
    • Strenge Quoten für den Einsatz von Rezyklaten.
    • Vollständige Transparenz der Lieferkette (Digitaler Produktpass).
    • Wahrscheinliches EU-weites Verbot von PFAS in Konsumgütern.

Die 4 Säulen der Investitionsprüfung


Checkliste für Ihre nächste Maschine

Bevor Sie eine neue Drucktechnologie einführen, sollten Sie diese vier Punkte gegen die Roadmap von 2030 prüfen. Wenn Sie hier keine klaren Antworten erhalten, ist das Projekt ein Risiko.

  1. Chemische Compliance (PFAS & VOC):
    Ist die Druckfarbe nachweislich frei von PFAS (auch in Spezialtinten)? Gibt es ein Zertifikat, das dies für die gesamte Lieferkette bestätigt? Verdampfen im Prozess Lösungsmittel (VOC), die 2030 eventuell besteuert oder limitiert werden?
    Ziel: Vermeidung von Stoffen, die kurz vor dem Verbot stehen.
  2. Recycling-Zertifizierung (De-Inking):
    Liegt ein aktuelles Zertifikat (z.B. INGEDE) vor, das bestätigt, dass die bedruckten Verpackungen im Ziel-Recyclingstrom (Papier oder Kunststoff) nicht stören? Was passiert mit der Farbe im Waschprozess?
    Ziel: Sicherstellung, dass Ihre Produkte nicht als „Störstoff“ aussortiert werden.
  3. Dokumentations-Kette (DoC ohne NDA):
    Können Sie von Ihrem Farblieferanten eine vollständige „Statement of Composition“ (SoC) erhalten, die Sie ohne Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) an Ihre Kunden (die Abfüller) weitergeben dürfen? Nur so können diese ihre gesetzliche DoC-Pflicht erfüllen.
    Ziel: Rechtssicherheit für Sie und Ihre Kunden.
  4. Monomaterial-Fähigkeit:
    Erfordert die Drucktechnologie zusätzliche Schichten (Primer, Barrierelacke), die das Recycling erschweren? Oder ist der Druckfilm selbst kompatibel mit dem Substrat-Kreislauf?
    Ziel: Minimierung von Verbundstoffen.

Szenario-Analyse: Was passiert im worst case?


Risikomanagement für 2030

Stellen Sie sich vor, Sie investieren heute in eine Technologie, die auf einem proprietären Tintensystem mit NDA-Pflicht und PFAS-haltigen Additiven basiert.

Szenario 2030: Die EU verbietet PFAS in Verpackungen. Ihr Farblieferant muss die Rezeptur ändern, was eine neue Zertifizierung erfordert. Gleichzeitig verlangt Ihr grösster Kunde (ein Lebensmittelhersteller) die vollständige Offenlegung der Inhaltsstoffe für den Digitalen Produktpass. Wegen des NDA können Sie diese nicht liefern.

Die Folge: Ihre Maschine kann technisch noch drucken, aber die produzierten Verpackungen sind nicht mehr marktfähig. Die Investition steht still, obwohl die Hardware funktioniert.

Lektion: Investitionssicherheit bedeutet heute, Technologien zu wählen, die chemisch und dokumentarisch „offen“ und konform sind.

Fazit: Planungssicherheit durch Fakten

Risiko-Faktor

Empfohlene Massnahme

Versteckte Chemikalien (PFAS, MOAH) Nur Technologien mit vollständiger, öffentlicher Konformitätserklärung (Swiss Ordinance, EUPIA) einsetzen. Auf Zertifikate bestehen.
Intransparenz (NDA) Keine Farbsysteme verwenden, bei denen die SoC nur unter NDA erhältlich ist. Die DoC-Pflicht hat Vorrang vor Betriebsgeheimnissen.
Recycling-Hürden (Stickies) Für Papierverpackungen ausschliesslich de-inkable Technologien (z.B. Trockentoner) verwenden. INGEDE-Zertifikat prüfen.
Material-Inkompatibilität Auf zusätzliche Primer oder Barrierelacke verzichten, wo möglich. Monomaterial-Lösungen priorisieren.

Ihr nächster Schritt


Jetzt die Weichen stellen

Die Zeit bis 2030 vergeht schnell. Die Entscheidungen, die Sie heute bei der Beschaffung treffen, definieren Ihre Wettbewerbsfähigkeit für das nächste Jahrzehnt. Lassen Sie uns gemeinsam Ihre aktuelle Produktlinie und Ihre geplanten Investitionen gegen diese Roadmap prüfen.

Wir bieten Ihnen eine neutrale Analyse Ihrer Drucktechnologien im Hinblick auf PPWR, chemische Compliance und Recyclingfähigkeit – basierend auf Fakten, nicht auf Vermutungen.

Kontaktieren Sie uns für ein persönliches Beratungsgespräch.